Als 1986 die Probenraumsituation immer schlechter wurde trafen sich die Vorstände Kurt Mai (GSV), Klaus-Dieter Becker (MVB) beim HCB-Vorsitzenden Fritz Wipfler in dessen Kellerbar und heckten einen einmaligen Plan aus. Eigene Vereinsheime für die kulturellen Vereine von Bruchhausen. Eine Sensation in und für Ettlingen. Probte man doch recht gut in Wirtshäusern oder städt. Räumen. Nach einem Pächterwechsel stand dann unser Vereinslokal "Zum Hirsch" nicht mehr zu Verfügung. Lange Jahre war man schließlich im Untergeschoß des Rathauses in Bruchhausen untergebracht. Das Problem war hier die niedrige Raumhöhe und trotz "Schallschutz" immer wiederkehrende Differenzen mit dem HCB. Bei normalen Zimmertüren zwischen den Räumen und gleichen Probezeiten durchaus verständlich. Auch war hier die Probenarbeit eingeschränkt und an eine Vergrößerung des Orchesters nicht zu denken. Ein Antrag auf Nutzung des "Bürgersaals" des Rathauses wurde abgelehnt genauso die Anfrage nach Nutzung des "Michaelsaals" im Kindergarten. Begründung damals u.a. "Die Emissionen auf die angrenzenden Grundstücke sind zu stark". Nach Vergrößerung des Kindergartens "St. Michael" mit neuen Gruppen war unser alter Proberaum im Rathaus eh Geschichte. Nun zogen wir weiter und kamen dankenswerterweise im Sportsaal der Geschw.-Scholl-Schule unter. Denn mit dem Vorschlag der Stadt in Ettlingen ein neues Domizil zu beziehen konnte sich der Verein dann doch nicht anfreunden. Da zwischenzeitlich auch der Gesangverein und der Harmonika-Club die gleichen Probleme hatten entwickelte sich diese für die Zukunft wegweisende Gemeinschaft die sich dann beim "Wipfler Fritz" in der Kellerbar traf.

Schließlich ging man 1987 in die Planung, hier eingebunden die örtl. Architekten und Vereinsmitglieder Hans Dingeldein und Hans Dieter Scheurich. Nachdem die Standortfrage geklärt war stellten die Architekten tolle Pläne, etwa auf dem Küchentrackt der Sporthalle oder mit einer geringen Teilnutzung des Festplatzes, vor. Auch wurden tolle Hochrechnungen vorgestellt. Einige davon jedoch nicht finanzier- bzw. realisierbar.

Vorentwurf Hans Dingeldein
Vorentwurf Hans Dingeldein
Vorentwurf Hans Dieter Scheurich
Vorentwurf Hans Dieter Scheurich
2. Vorentwurf Hans Dingeldein
2. Vorentwurf Hans Dingeldein

Schließlich einigte man sich auf den 3. Vorentwurf von Hans Dingeldein. Die Bauleitung übernahm Hans Dieter Scheurich
Schließlich einigte man sich auf den 3. Vorentwurf von Hans Dingeldein. Die Bauleitung übernahm Hans Dieter Scheurich
Aber auch so hätte es werden können... Plan von 1989
Aber auch so hätte es werden können... Plan von 1989

Doch wie finanzieren? Eigenkapital und Bankdarlehen. Ziehen die Vereinsmitglieder mit, wie stellt sich die Stadt dazu? Gibt es einen Zuschuß? Erfreulicherweise änderte die Stadt extra die Vereinsförderungsrichtlinien. Bekamen nun erstmalig kulturelle Verein soviel wie Sportvereine. Nachdem dies klar war, ging es in eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Vorsitzender Becker stellte das Projekt vor. Geplant sind 3 Gebäude (MVB-GSV-HCB) mit einem 12x12 Meter großer Proberaum, mit Teeküche und WC-Anlagen angelehnt an die "Sporthalle" um die vorhandene Infrastruktur zu nutzen. Je Gebäude und Verein vielen Baukosten von 270.000,00 DM an, davon gab es von der Stadt Ettlingen je 100.000,00 DM Zuschuß. Eine sehr große Unterstützung. So waren schließlich 170.000,00 DM über Eigenkapital, Eigenleistungen und Fremdkapital abzudecken. Dennoch blieb das finanzielle Risiko, wenn man die damaligen Bauzinsen von über 10% bedenkt. Trotzdem stimmten die Mitglieder zu. Stärkten Vorstand und Verwaltung den Rücken. Auch die neuen Möglichkeiten für den Probenbetrieb, gerade im Hinblick auf Jugendausbildung sowie die Tatsache, dass sich der Verein etwas Eigenes schaffen wird überzeugte die Mitglieder. Über das Grundstück wurde "Erbpacht" vereinbart. Auch die Versammlungen von GSV und HCB verliefen positiv.

Februar 1990: Rodung der Fläche
Februar 1990: Rodung der Fläche
05.04.1990: Baubeginn
05.04.1990: Baubeginn
Montage der Dachkonstruktion
Montage der Dachkonstruktion

Der Vereinsheimbau in Bildern. Einfach draufklicken...

19.07.1990: Richtfest
19.07.1990: Richtfest
Fassaden- und Innenausbau, Außenanlage
Fassaden- und Innenausbau, Außenanlage

Die Rodung des Geländes neben der Sporthalle begann im Februar 1990 unter der Mithilfe aller beteiligter Vereine, Baubeginn war am 05.04.1990. Eine äußerst knifflige Angelegenheit war hier die Montage der Dächer. Auf dem Festplatz zusammengebaut und komplett mit einem Kran aufgesetzt. Trotz beängstigentem knirschen hielt die Konstruktion. Das Richtfest fand am 19.07.1990 unter großem Zuspruch der Bevölkerung statt. Die Zimmerleute brachten vom Dach des GSV den Richtspruch zu Gehör, Bürgermeisterin Barth überbrachte die Glückwünsche der Stadt und einige MVBler ließen es sich nicht nehmen die neuen "4 Wände" mit einigen "Auswendigen" einzuweihen. Danach ging es mit vielen, vielen Eigenleistungen u.a. mit anbringen der Außenfassade, Holzarbeiten im Innenbereich, montieren der Heizung und anlegen der Außenanlage weiter.

Die erste Musikprobe fand dann am 16. August 1991 unter der Leitung von Dirigent Heinz Habig und am 15.09.1991 die offizielle Einweihung mit einem großen Fest statt.



Weiter ging es schließlich mit...


Wie sich nun in den letzten 35 Jahren gezeigt hat war die damalige Entscheidung richtig. Trotz einigem Unverständnis und Kopfschütteln bei anderen Vereinen. "Wie kann man sich so einen Klotz ans Bein binden!?" war oftmals auf Bez.-Versammlungen oder Veranstaltungen zu hören. Heute ist unser Vereinsheim zu einem Treffpunkt der unterschiedlichsten Art geworden. Neben den Musikproben und eigenen Veranstaltungen treffen sich viele zum Zumba oder zur Geburtsvorbereitung, machen Yoga, ganz Kleine toben sich beim Kindertanzen aus, seit gut 25 Jahren treffen sich unsere Mittwochstänzer und am Wochenende trifft man sich zu den unterschiedlichsten Feierlichkeiten. Und so ist unser Vereinsheim auch ein Ort der Begegnung geworden. Weit über den anfänglichen Gedanken "Proberaum" hinaus. Und so können wir mit recht Stolz sein auf das erschaffene und bisher erreichte.